Modul 01 · Sichtbarkeit
Social Media: zeigen statt verstecken.
Du musst kein Influencer werden. Ein ehrliches Vorher/Nachher von deiner Baustelle wirkt mehr als jedes Hochglanz-Video — und kostet drei Minuten.
Kurz gesagt: Im Handwerk gewinnt Social Media nicht mit Perfektion, sondern mit echten Einblicken: deine Arbeit, dein Team, zufriedene Kunden. Regelmäßig einfach schlägt selten perfekt.
Die Baustelle ist dein bester Content.
Niemand will Stockfotos sehen. Die Leute wollen echte Arbeit: das dreckige Vorher, das saubere Nachher, die Truppe, die anpackt. Das schafft Vertrauen — und zieht nebenbei Bewerber an.
Worum es im Handwerk wirklich geht
Du musst kein Influencer werden und keinen Tanz aufführen. Im Handwerk gewinnt Social Media mit etwas, das du jeden Tag vor dir hast: echte Arbeit. Das dreckige Vorher, das saubere Nachher, die Truppe, die anpackt. Das schafft Vertrauen bei Kunden — und zieht nebenbei Bewerber an, die sehen wollen, wie es bei euch zugeht.
„Social Media ist doch nur was für die Jungen“ — das stimmt längst nicht mehr. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2024 nutzen rund 60 % der Menschen ab 14 mindestens wöchentlich Social Media — und das stärkste Wachstum kommt ausgerechnet von den 50- bis 69-Jährigen. Instagram (rund 40 % Reichweite) liegt dabei vor Facebook (33 %). Deine Kunden sind also da, quer durch alle Altersgruppen.ARD/ZDF-Medienstudie 2024
Was wirklich zieht
Vorher/Nachher
Der Klassiker, weil das Ergebnis für sich spricht.
Kurze Baustellen-Clips
15–30 Sek, Hook in der ersten Zeile, Untertitel (viele schauen lautlos).
Ein ehrlicher Tipp
„Die 3 häufigsten Fehler beim …" – Ehrlichkeit ist ein starker Hook.
Gesicht zeigen
Der Chef mit Haltung wirkt mehr als jedes anonyme Logo.
Routine schlägt Perfektion: ein Drehtag alle 2 Wochen mit 4 vorbereiteten Themen liefert genug Clips für Wochen. Aus einem längeren Video schneidest du 2–4 kurze (Recycling). Habit schlägt Hochglanz.Salesclub-Produktions-Playbook
Der einfache Rhythmus
Lieber ein festes kleines Format, das du durchhältst (z. B. 1× pro Woche ein Vorher/Nachher), als ein großer Plan, der nach zwei Wochen einschläft. Plattform: dort, wo dein Wunschkunde oder Bewerber ist — meist Instagram/Facebook lokal, nicht alle gleichzeitig.
Beispiel · ein Reel aus 3 Minuten Aufwand
Clip 1: „So sah das Bad vorher aus." (5 Sek)
Clip 2: drei schnelle Schnitte vom Umbau (10 Sek)
Clip 3: das fertige Bad + ein Satz: „In 9 Tagen fertig – [Betrieb], [Ort]."
Fünf Content-Ideen, die wirklich ziehen
Fünf Formate aus dem Arbeitsalltag — je Gewerk eins:
1 · Maler
Vorher/Nachher derselben Wand als Reel — der Klassiker, weil das Ergebnis für sich spricht.
2 · SHK
30-Sekunden-Clip: „So funktioniert eine Wärmepumpe — einfach erklärt." Erklärt das Ergebnis, baut Vertrauen.
3 · Elektriker
„Die 3 häufigsten Fehler am alten Sicherungskasten." Ehrlicher Tipp = starker Hook.
4 · Dachdecker
Drohnen-Zeitraffer einer Dacheindeckung — spektakuläre Bilder, die garantiert geteilt werden.
5 · Tischler
Werkstatt-Einblick „vom rohen Brett zum fertigen Möbel" — Handwerk, dem man gern zuschaut.
Tools & Quellen
CapCut · Videos schneiden
Gratis-App fürs Handy: Clips zusammenschneiden, Text und Untertitel einblenden (viele schauen lautlos):
capcut.com.
Canva · Posts & Cover gestalten
Fertige Vorlagen für Bilder und Beiträge:
canva.com — ohne Grafiker in Minuten.
Instagram, Facebook & YouTube · die Bühne
Passt dazu · Querverweise
Was du beim Posten rechtlich beachten musst
Zwei Dinge übersehen fast alle — und genau die können im Zweifel teuer werden. Kein Grund zur Panik: Beide sind in fünf Minuten erledigt.
Mitarbeiter & Kunden im Bild · vorher fragen
Sind Personen erkennbar, brauchst du ihre Einwilligung, bevor das Foto online geht — am besten schriftlich (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO, § 26 Abs. 2 BDSG; zusätzlich gilt das Kunsturhebergesetz). Wichtig: Jeder darf jederzeit widerrufen — dann muss das Bild runter (Art. 7 Abs. 3 DSGVO). Ein kurzer Satz auf einem Zettel zum Unterschreiben reicht.
Musik in Reels · nicht aus der App-Bibliothek
Die Musikbibliothek in Instagram ist laut GEMA nur für persönliche Inhalte freigegeben — „nicht erlaubt ist… die Verwendung für gewerbliche und nicht private Zwecke“. Als Betrieb bist du gewerblich. Nimm stattdessen ausdrücklich lizenzfreie Titel (auf Meta die für kommerzielle Nutzung markierten) — dann bist du auf der sicheren Seite.
Typische Fehler
Auf Perfektion warten statt anfangen. Stockmaterial statt echter Baustelle. Trends hinterherjagen, die nicht zu dir passen. Und unregelmäßig posten — Algorithmus und Menschen belohnen Verlässlichkeit.
KI-Hebel: KI macht aus einem einzigen Baustellen-Foto gleich mehrere Posts — Text, Bildunterschrift, Hashtags.
Deine Aufgabe: Welches eine Format ziehst du ab jetzt jede Woche durch?
Regelmäßig einfach
schlägt selten perfekt.
— Modul 01 · Sichtbarkeit
Häufige Fragen
Welche Plattform ist die richtige?
Die, auf der dein Wunschkunde (oder Bewerber) ist. Meist Instagram/Facebook lokal — nicht alle gleichzeitig.
Bringt das überhaupt Aufträge?
Indirekt: Es baut Vertrauen und Bekanntheit auf, schafft Bewerber und füttert Empfehlungen. Direkt-Aufträge kommen mit der Zeit.
Darf ich Fotos meiner Mitarbeiter und Kunden posten?
Nur mit ihrer Einwilligung — am besten schriftlich und jederzeit widerrufbar (DSGVO + Kunsturhebergesetz). Ein kurzer unterschriebener Satz genügt. Ohne Einwilligung erkennbarer Personen zeigst du besser kein Gesicht.
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