Auffallen schlägt perfekt.
Der zweitbeste Handwerker deiner Stadt — kennst du seinen Namen? Eben. Perfekt sein reicht nicht, wenn keiner hinschaut.
Welcher Transporter bleibt hängen?
Du siehst täglich zig Handwerker-Busse. An welchen erinnerst du dich? Nur an den einen mit dem auffälligen Spruch oder der knalligen Folierung. Sauber lackiert sind sie alle — im Kopf bleibt der, der auffällt.
Warum dein Hirn das Normale ausblendet
Wir sehen jeden Tag hunderte Botschaften — Plakate, Busse, Flyer, Anzeigen. Damit wir nicht verrückt werden, blendet unser Kopf alles Normale automatisch aus. Durch kommt nur, was aus der Reihe fällt. Für dich heißt das: „noch ein bisschen besser sein" als der Betrieb nebenan bringt nichts — besser sieht von außen keiner. Anders schon.
„Anders" heißt nicht lauter oder schriller. Es heißt: eine Sache tun oder zeigen, über die der Kunde von selbst weitererzählt. Genau ab da hörst du auf, um Aufträge zu kämpfen — weil die Leute dich von sich aus weiterreichen.
Fünf Anwendungsfälle, über die man am Gartenzaun redet
Du brauchst keine Werbeagentur. „Auffallen" steckt in dem, was du nach getaner Arbeit tust — ein kleines Extra, das kein anderer macht:
Auffällig: Ein kurzes Handy-Video drehen: „So bedienen Sie Ihre neue Anlage." Drei Minuten Aufwand, per WhatsApp geschickt.
→ Der Kunde zeigt es Frau und Nachbarn — und erzählt dazu, von wem die Anlage ist.
Auffällig: Am letzten Tag eine Karte dalassen: „Ein Töpfchen Restfarbe steht im Keller — falls mal was anstößt."
→ Kostet fast nichts, bleibt im Kopf, weil keiner mitdenkt.
Auffällig: Vor dem Verputzen Fotos der Leitungen machen und schicken: „Falls Sie später mal bohren — hier sehen Sie, wo nichts liegt."
→ Genau die Sorge jedes Hausbesitzers — und du nimmst sie ihm ab.
Auffällig: Drohnen- oder Leiter-Foto vom fertigen Dach von oben — das sieht der Kunde sonst nie. Dazu: „Ihr Dach aus der Vogelperspektive."
→ Ein Bild, das der Kunde garantiert herzeigt — das eigene Haus von oben hat keiner.
Auffällig: Nach 4 Wochen kurz anrufen: „Alles gut mit dem Einbau? Klemmt nichts?" — der Nachfass-Anruf, den fast keiner macht.
→ Signalisiert: hier kümmert sich einer auch nach der Rechnung.
Keines dieser Extras ist teuer oder kompliziert. Aber jedes gibt dem Kunden einen Grund, von dir zu erzählen.
„Wenn ich nur gut genug arbeite, spricht sich das von allein herum."
Tut es leider nur selten. Zufriedene Kunden sind die Regel, kein Gesprächsthema — „war alles in Ordnung" erzählt niemand am Gartenzaun. Ohne Anlass bleibt deine gute Arbeit unsichtbar.
Gute Arbeit spricht sich herum, wenn du ihr einen Anlass gibst.
Eine kleine, unerwartete Geste macht aus „war zufrieden" ein „das musst du dir angucken, von wem wir das haben". Du lieferst die Geschichte mit, die der Kunde weitererzählt.
Tools, mit denen du sichtbar wirst
Alles hiervon ist kostenlos oder günstig — und ohne Technikstudium bedienbar:
Anleitung: So wirst du der, an den man sich erinnert
Geh den Moment nach der Arbeit durch
Was passiert, wenn du fertig bist? Meist: aufräumen, Rechnung, weg. Genau hier ist Platz für etwas, das keiner erwartet.
Bau eine kleine Geste ein
Ein Video, eine Karte, ein Foto, ein Nachfass-Anruf. Billig und schnell — aber etwas, das kein anderer macht.
Mach sie zur Gewohnheit
Immer dieselbe Geste, bei jedem Auftrag. So wird sie dein Erkennungszeichen, nicht eine einmalige Laune.
Mach das Weitererzählen leicht
Schick das Video so, dass man es weiterleiten kann. Bitte aktiv um die Bewertung — das vertieft Bewertungen einholen.
Heute noch umsetzbar
Überleg dir eine kleine Geste, die du ab dem nächsten Auftrag immer machst — und schreib sie auf einen Zettel an die Werkstattwand. Beim nächsten Kunden ziehst du sie das erste Mal durch.
Typische Fehler
Lauter statt anders werden — mehr Flyer, größere Anzeige, das blendet der Kopf genauso aus. Die Geste einmal machen und dann vergessen — aus Einmaligem wird kein Erkennungszeichen. Etwas Kompliziertes oder Teures wählen — dann lässt du es nach drei Wochen wieder bleiben. Und der häufigste: denken, das eigene Handwerk sei „zu normal" zum Auffallen — gerade dann entscheidet das Extra drumherum.
Fall auf.
Häufige Fragen
Muss ich jetzt schrill und laut werden?
Nein. Auffallen heißt positiv anders, nicht Klamauk. Oft reicht eine Kleinigkeit nach getaner Arbeit, die kein anderer macht — ruhig, aber merkbar.
Was, wenn meine Arbeit „ganz normal" ist?
Dann wird die Art, wie du sie lieferst, das Besondere: ein mitgedachtes Extra, eine Foto-Doku, ein Nachfass-Anruf. Das Drumherum fällt auf, auch wenn die Arbeit Standard ist.
Ich habe keine Zeit für so etwas.
Genau deshalb muss die Geste klein sein — drei Minuten, immer gleich. Das ist keine Marketing-Aktion, sondern eine Gewohnheit, die nebenbei läuft und dir Empfehlungen bringt.
Welche Geste passt zu meinem Gewerk?
Nimm den Moment, in dem dein Kunde am meisten erleichtert oder neugierig ist — das fertige Dach von oben, das saubere Bad, die Erklärung der neuen Technik. Dort steckt deine Geste.
Regel 3: Der Erste schlägt den Rest.
Eigene Handwerk-Fassung gängiger Positionierungs-Prinzipien. Methode aus echten Salesclub-Projekten.